Welche Zahlungsverfahren bevorzugen Online-Käufer?
Veröffentlicht am 24.01.2011
In den letzten Jahren haben wir einige Online-Shops erstellt, und diese auch betreut. Eine der wichtigsten Fragen vor der Erstellung eines Online-Shops ist immer:
Welche Zahlungsmöglichkeiten sollen angeboten werden?
Diese Frage ist sehr wichtig, weil das Angebot an Zahlungsmöglichkeiten mit darüber entscheidet, ob ein Kauf getätigt wird oder nicht. Zu den wichtigsten Zahlungsmöglichkeiten die heute in einem Online-Shop angeboten werden zählen:
- Vorkasse
- PayPal
- Kreditkarte
- Nachnahme
- Lastschrift
- Rechnung
- Moneybookers
- Click&Buy
- sonstige Zahlungsverfahren
Bei der Auswahl der richtigen Zahlungsmethode kommt es nicht unbedingt darauf an, auf die eine wichtige Methode zu setzen. Entscheiden hierbei ist der richtige Mix. Dies zeigt auch eine Studie von ibi Research aus dem Jahre 2008. In dieser Studie wurden verschieden Zahlungsarten und die Kombinationen der Zahlungsarten untersucht.
Vorkasse als einzige Zahlungsmethode
Hier wurde festgestellt, dass 79% der Befragten den Kauf abgebrochen haben, wenn nur die Zahlungsmethode Vorkasse angeboten wurde. Diese Abbruchquote ist auch abhängig vom Warenkorbwert. Je höher der Gesamtpreis der Bestellung ist, umso höher wurde auch die Abbruchquote.

Auswahl von Vorkasse oder Nachnahme
Bietet ein Shop neben Vorkasse auch noch die Zahlung per Nachnahme an, so geht die Abbruchquote von 79% auf 58% zurück. Insbesondere bei höherwertigen Waren ist die Zahlung per Nachnahme beliebt.
Auswahl von Vorkasse oder Rechnung
Wenn zur Zahlung per Vorkasse zusätzlich die Zahlung per Rechnung angeboten wird, brechen nur noch 10% Prozent der Online-Shopper den Bestellvorgang ab. Allerdings zahlen auch nur noch 6% per Vorkasse. 84% der Befragten hätte per Rechnung bezahlt.
Wird zu diesem Angebot die Zahlung per Nachnahme angeboten, so ändert sich die Abbruchquote nicht. Lediglich 4% der Rechnungszahler zahlen in diesem Fall per Nachnahme.
Auswahl von Vorkasse und Kreditkarte
Steht neben der Vorkasse nur die Kreditkarte zur Auswahl, so bricht gut ein Drittel der Onlinekäufer den Kauf ab. 53% zahlen per Kreditkarte und 11% zahlen per Vorauskasse
Beim Angebot von Vorkasse, Nachnahme, Rechnung und Kreditkarte liegt die Abbruchquote wieder bei 5%. Die höchste Akzeptanz hat bei dieser Zusammenstellung die Zahlung per Rechnung mit 65%.
Auswahl von Vorkasse und ePayment
Bei den ePaymnet-Anbietern haben PayPal und ClickandBuy den höchsten Bekanntheitsgrad. Die Abbruchquote für Online-Shopper liegt bei der Zusammenstellung Vorkasse & ePayment bei 42%. Bei steigendem Warenwert sinkt die Bereitschaft per ePayment zu zahlen. Werden die beiden Zahlungsarten im Zusammenhang mit der Kreditkartenzahlung angeboten, so geht die Bereitschaft per Kreditkarte zu zahlen um ein Sechstel zurück.
Auswahl von Vorkasse und Lastschrift
Die Kaufabbruchquote ist bei der Lastschrift genauso hoch wie bei der Kreditkartenzahlung. Das Hauptargument der Shopper gegen die Lastschriftzahlung ist die Angst vor dem Missbrauch der Kontodaten.

Fazit
Es gibt nicht "Die Zahlungsmethode" für jeden Online-Shop!
Bei der Auswahl der Zahlungsmöglichkeiten ist zu berücksichtigen, welches Risiko die Kunden bei der Zahlung eingehen möchten. Dies hängt zum einen von der Zielgruppe und zum anderen vom Warenwert ab. Auf der anderen Seite steht das Risiko des Onlinehändlers. Hier ist zu beachten wie hoch das Ausfallrisiko einer Zahlungsart ist.
Quelle: www.ecommerce-leitfaden.de
Alle Daten und weitere Ergebnisse der Studie von ibi Research finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Leitfadens unter www.ecommerce-leitfaden.de.
Kommentare zu "Welche Zahlungsverfahren bevorzugen Online-Käufer?"
Terence Liebkind
Leider ist die Liste teilweise aus dem Jahr 2008
evtl. haben sich die Verhältnisse bei den Zahlungsverfahren wieder gewandelt.
LG Terence
Alex
Ehrlich gesagt wundert es mich, dass hier Paysafecard nicht erwähnt wurde. Diese Zahlungsmethode ist zwar nicht so lange auf dem Markt, trotzdem gibt es viele User, die sie bevorzugen. Auf jeden Fall besteht beim Bezahlen mit psc keine Gefahr, dass meine Daten für irgendwelche Werbezwecke verwendet werden. Und das ist heutzutage sehr wichtig, zumindest für mich und meinen Bekanntenkreis.